Ein Hugo für den (Berliner) Mann

Der Hugo für den (Berliner) Mann

Der Hugo für den (Berliner) Mann: Berliner Weiße mit Holunderblütensirup und Minzeblättchen

Der „Hugo“ ist ein Cocktail mit relativ junger Geschichte. Erst 2005 soll der Barkeeper Roland Gruber ihn in Südtirol nach eigenen Aussagen „für Frauen kreiert“ haben. Seither ist der Siegeszug dieses leichten Sommercocktails (nicht nur bei Frauen) nicht mehr aufzuhalten.

Bei heißen Temperaturen haben Mixgetränke mit wenig Alkohol, zu denen der Hugo gehört, Hochkonjunktur. Eine etwas robustere Variante – quasi für Männer – ist folgende:

  • 2 cl Holunderblütensirup
  • 25 cl Berliner Weiße
  • Ein paar Minzeblättchen

Den Holunderblütensirup in ein Craftbier- oder Weinglas füllen, das Bier darübergießen, die Minzeblättchen dazugeben, leicht umrühren und fertig ist der Hugo für den Mann!

Ich habe dazu die Bio-Potsdamer Weiße der Braumanufaktur Forsthaus Templin in Potsdam verwendet, die nicht Berliner Weiße heißen darf, weil der Begriff vom Brauereiverband Berlin/Brandenburg e.V. als eingetragene Marke geschützt ist.

Im Gegensatz zum Hugo ist die Berliner Weiße ein Getränk mit sehr langer Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Urkundlich wurde es als „Berlinisches Weitzenbier“ 1680 erstmalig erwähnt. 1806 bezeichneten dann Napoleons Soldaten das Bier als „Champagner des Nordens“.

Der typisch saure Geschmack kommt durch eine in Symbiose lebende Mischkultur aus einer obergärigen Hefe (Saccharomyces cerevisiae) und Milchsäurebakterien zustande. Dadurch erreicht das Bier eine überdurchschnittlich hohe Haltbarkeit, auch ohne Pasteurisierung, von mehr als zwei Jahren.

Traditionell wurde bei einer Nachgärung in der Flasche noch Brettanomyces-Hefe (Brettanomyces bruxellensis) zugesetzt, die dem Bier nochmals einen zusätzlichen, charakteristischen Geschmack verlieh. Leider war die Verwendung von Brettanomyces bis vor Kurzem fast völlig „ausgestorben“, nicht zuletzt deshalb, weil Brettanomyces extrem resistent auch gegen allerlei Reinigungsverfahren ist, und in mancher Brauerei auch unerwünschter Weise auf andere Biersorten „übergesprungen“ ist. Derzeit gibt es nur zwei Brauereien in Berlin, welche Berliner Weiße mit Brettanomyces herstellen: Brewbaker und Bogk-Bier.

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